Fascia Superficialis: Struktur, Funktion und Bedeutung (3. Teil)

Die Fascia superficialis stellt eine bedeutende Schicht im Körper dar, die direkt unter der Dermis liegt und eine komplexe, dreidimensionale Struktur bildet. Anders als viele andere Gewebeschichten ist sie nicht in laminare Schichten unterteilt, sondern weist zahlreiche Räume, Septen und ein wabenförmiges Geflecht auf. Diese Struktur enthält ausgeprägte Fetteinlagerungen, die nicht nur als Energiespeicher dienen, sondern auch eine zentrale Rolle in verschiedenen physiologischen Prozessen wie dem Hormonsystem, dem Stoffwechsel, der Thermoregulation und dem vegetativen Nervensystem spielen.

Trotz ihrer wichtigen Rolle im Körper gehört die Fascia superficialis nicht zum Bewegungsapparat. Vielmehr übernimmt sie vor allem systemische Aufgaben, die eng mit der Gesamtregulation des Körpers verbunden sind. Ein herausragendes Merkmal der Fascia superficialis ist ihre feine sensorische Wahrnehmung. Durch die zahlreichen in ihr enthaltenen Rezeptoren registriert sie feinste äussere Reize und trägt damit zur Wahrnehmung von Temperatur, Berührungen und sogar Stress bei.

Aufgaben und Funktionen der Fascia Superficialis

  1. Stoffwechsel und Energieversorgung: Die Fascia superficialis ist ein wichtiger Träger des Stoffwechsels. Ihre wabenartige Struktur bildet Räume, die bei vermehrter Fetteinlagerung zunehmend ausgefüllt werden. Diese Fettdepots haben eine doppelte Funktion: Sie dienen als Energiespeicher, was in früheren Zeiten für das Überleben entscheidend war, und sie erfüllen eine schützende Rolle, indem sie den Körper isolieren und vor Kälte schützen.
  2. Trägersystem des Lymphsystems: Die Fascia superficialis ist eng mit dem Lymphsystem verbunden. Sie umhüllt die Lymphgefässe und Lymphknoten und unterstützt deren Funktion. Eine eingeschränkte Beweglichkeit der Faszien kann zu Störungen im Lymphfluss führen, was zu Ödemen führen und die Zirkulation des Lymphsystems beeinträchtigen kann.
  3. Temperaturregulation und Zirkulation: Die Fascia superficialis enthält mehr Blutgefässe als die Haut selbst benötigt, was ihre Rolle in der Thermoregulation verstärkt. Diese Gefässe tragen zur Regulation der Körpertemperatur bei und gewährleisten eine effiziente Wärmeverteilung, die besonders unter extremen Bedingungen von Bedeutung ist.
  4. Rezeptoren und ihre Verbindung zum Vegetativen Nervensystem (VNS): Die Faszien sind hochsensible Sinnesorgane mit vielen freien Nervenendigungen, darunter Mechano- und Nozirezeptoren, die auf mechanische Reize und Schmerz reagieren. Besonders die Fascia superficialis weist mit bis zu 200 Rezeptoren pro Quadratzentimeter eine besonders hohe Dichte auf. Diese Rezeptoren sind eng mit dem vegetativen Nervensystem (VNS) verbunden, da alle vegetativen Innervationen in faszialen Hüllen verlaufen. Veränderungen in der Faszienstruktur, etwa durch Spannung oder Verklebungen, können somit direkte Auswirkungen auf das VNS haben und umgekehrt. Diese Wechselwirkungen verdeutlichen, wie die Faszien als Kommunikationsschnittstelle zwischen Körper, Nervensystem und Umwelt fungieren.

Fazit und Ausblick

Zusammenfassend zeigt sich, dass die Fascia superficialis weit mehr ist als eine passive Bindegewebeschicht. Sie spielt eine essenzielle Rolle in der Körperwahrnehmung, der Thermoregulation, der Lymphzirkulation und der Kommunikation zwischen Körper und Nervensystem. Ihre enge Verbindung zum vegetativen Nervensystem macht sie zu einem Schlüsselorgan für das Verständnis vieler physiologischer Prozesse.

Im nächsten Blog werden wir das vegetative Nervensystem (VNS) näher betrachten und die Auswirkungen seiner Regulation auf den gesamten Körper untersuchen. Bleiben Sie dran, um zu erfahren, wie das VNS in enger Wechselwirkung mit den Faszien steht und welche Rolle es für Ihre Gesundheit spielt.

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